Webdesign-Trends 2026: Nachhaltigkeit & Barrierefreiheit

2026 bringt eine ganze Reihe neuer Trends für das Webdesign und die Gestaltung von Websites. Neben ästhetischen und funktionalen Aspekten spielen dabei auch Inklusion und Nachhaltigkeit eine größere Rolle.

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3D-Grafiken, Animationen, Glassmorphism, Purposeful Simplicity, der Einsatz von KI (künstlicher Intelligenz) zur Content-Generierung und stärkere Personalisierung sind einige der wichtigsten Trends für das Webdesign im Jahr 2026. Ganz deutlich zu erkennen ist eine Hinwendung zu klarem, einfachem und schnell erfassbarem Design – und zu visuellem Storytelling. Daneben werden allerdings auch Barrierefreiheit und Inklusion sowie Nachhaltigkeit und der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen eine wichtige Rolle spielen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Trends im Webdesign für 2026 relevant werden und wie Sie Ihre Website fit machen für das neue Jahr.

3D-Grafiken & Illustrationen

Webdesign Trends 2026: 3D Grafik und Illustration

Nach einer langen Phase der Verwendung von vorwiegend flachen, einfarbigen Gestaltungselementen („flat design“) zeichnete sich im Webdesign schon im vergangenen Jahr ein deutlicher Trend hin zu 3D-Grafiken und Illustrationen ab. Zwar bedeutet dieser Design-Trend keine totale Abwendung von einfachen, schlichten Gestaltungselementen, doch werden diese durch komplexere, oft vielfarbige 3D-Elemente ergänzt – immer in Abhängigkeit von der Zielgruppe und der zu erzielenden Markenwirkung.

3D-Grafiken und Illustrationen sind gut geeignet, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und dem Webdesign eine moderne, zeitgemäße visuelle Erscheinung zu verleihen. Während schlichte, elegante Grafiken und Symbole die Hochwertigkeit und Exklusivität von Produkten und Dienstleistungen unterstreichen können, wirken 3D-Elemente oft emotionaler und immersiver. Damit machen sie Angebote insbesondere für eine junge Zielgruppe zugänglicher.

3D-Illustrationen und Infografiken machen komplexe Inhalte leichter verständlich und tragen so zu einer schnelleren Vermittlung von Informationen bei. In Zeiten, in denen die Aufmerksamkeitsspanne von Website-Besucher:innen immer kürzer wird, ein durchaus entscheidender Erfolgsfaktor! Gerade bei der Darstellung technischer Produkte, abstrakter Prozesse oder Workflows sind 3D-Elemente besonders hilfreich.

Im Bereich des Brandings können 3D-Illustrationen nützlich sein, um eine individuelle visuelle Sprache zu entwickeln und diese konsistent über Websites, Apps und Marketingmaterialien hinweg zu etablieren. Auf diese Website lassen sich Markenwerte wie Innovationskraft, die Verwendung moderner Technologien oder Kreativität besser vermitteln. Viele Start-Ups und SaaS-Unternehmen setzen aktuell verstärkt auf 3D, um ihre Zukunftsorientierung zu unterstreichen.

Im Webdesign lassen sich 3D-Elemente zum Beispiel für Scroll- und Mouse-Interaktionen einsetzen, für Produktdarstellung oder die Visualisierung von Services. Dabei ist jedoch ein durchdachter, zielgerichteter Einsatz von 3D-Grafiken und Illustrationen zu beachten – falsch oder pauschal eingesetzt können sie leicht ablenken oder überfordern. Zudem können schlecht optimierte 3D-Elemente die Ladezeit von Websites negativ beeinflussen und sind nicht immer barrierefrei. Sie sollten deshalb immer mit einer klaren Zielorientierung und nicht „um des Designs willen“ eingesetzt werden.

Glassmorphism

Webdesign Trends 2026 Glassmorphism

Glassmorphism ist ein gestalterisches Stilmittel, welches sich schon seit einiger Zeit hier und dort im Webdesign wiederfindet. Ziel ist es, durch transparente, milchige Flächen, Weichzeichnung und subtile Lichtreflexionen eine elegante und zukunftsorientierte Anmutung zu erzeugen. Glassmorphism eignet sich gut, um Leichtigkeit und Tiefe zu vermitteln, indem UI-Elemente scheinbar über anderen Elementen schweben, ohne diese vollständig zu verdecken.

Solche transparenten, schwebenden Elemente eignen sich im Bereich des Webdesigns besonders für Karten, Overlays, Buttons, Formularfelder oder Übersichten. Hier können sie die visuelle Hierarchie von Gestaltungselementen stärken und die empfundene Wertigkeit einer Websites erhöhen. Zu beachten ist hier allerdings eine sorgfältige Balance – gerade mit Bezug zur Barrierefreiheit einer Websites. Zu geringe Kontraste oder eine zu starke Transparenz können die Lesbarkeit und damit die Zugänglichkeit von Informationen verschlechtern. Richtig angewendet jedoch ist Glassmorphism ein gezieltes Stilmittel, das Modernität, Technologieaffinität und einen hohen Designanspruch kommuniziert.

Visuelles Storytelling

Webdesign Trends 2026 Scrollytelling Im Webdesign spielt visuelles Storytelling in 2026 eine deutlich stärkere Rolle. Dabei werden gestalterische Elemente wie Bilder, Farben, Typografie oder Animationen nicht nur zur reinen Information der Besucher:innen einer Website verwendet, sondern sollen diese vor allem emotional ansprechen und, wie der Name schon sagt, durch eine Geschichte führen. Die Immersion und die emotionale Aktivierung stehen hier also ebenso stark im Fokus wie die Darstellung von Informationen.

Beim visuellen Storytelling – speziell beim „Scrollytelling“ – werden visuelle Elemente gezielt so auf der Seite angeordnet, dass sie die Aufmerksamkeit der Besucher:innen lenken, Zusammenhänge verdeutlichen und Art der visuellen Dramaturgie erzeugen. Dabei können Inhalte, die aufeinander aufbauen, nach und nach beim Scrollen auf der Website dargestellt werden – etwa durch dezente Animationen, welche die Aufmerksamkeit auf das jeweils aktuelle Element lenken.

Wichtig beim Scrollytelling ist eine konsistente Bildsprache und ein klarer, einheitlicher Aufbau der dargestellten Informationen, um „Lücken“ oder „Brüche“ innerhalb der Geschichte zu vermeiden. Richtig eingesetzt, ist visuelles Storytelling ein mächtiges Gestaltungsmittel, um komplexe Markenbotschaften intuitiv zu vermitteln und eine stärkere Bindung zur Marke aufzubauen. Gutes visuelles Storytelling unterstützt zudem die Usability eines Webdesigns, da es Orientierung schafft und Inhalte leicht verständlich und einprägsam macht.

KI-driven Webdesign und stärkere Personalisierung

Im Jahr 2026 wird sich die Rolle von Künstlicher Intelligenz im Webdesign mit Sicherheit weiter verstärken. Waren die bisherigen Einsatzmöglichkeiten zumeist auf die Generierung von Content wie Texten, Bildern oder Videos beschränkt, wird KI zunehmend auch zu einer stärkeren Dynamisierung und Personalisierung von Websites beitragen. So können KI-Systeme das Verhalten von Besucher:innen in Echtzeit analysieren und Inhalte entsprechend anpassen, so dass jede(r) Besucher:in eine mehr oder weniger stark auf sie zugeschnittene Version einer Seite zu sehen bekommt. Variationen können dabei auf Daten wie Standort, Interessen oder der Tageszeit basieren.

Diese Art der Personalisierung kann Websites in adaptive Erlebnisse verwandeln, die ganz speziell auf die Anforderungen oder Bedürfnisse von Besucher:innen eingehen. Neukunden kann zum Beispiel eine andere Art der Startseite angezeigt werden als wiederkehrenden Besuchern, die die Website bereits kennen. Auch Kunden, die bereits Produkte oder Services eines Unternehmens genutzt haben, können speziell auf sie zugeschnittene Angebote zu sehen bekommen – etwa ergänzende Produkte oder Zusatzleistungen, die sich auf die bereits benutzten Services beziehen.

Gleichzeitig erleichtern KI-Tools die Erstellung und Optimierung von Inhalten. Sie können zu einer besseren Usability und Barrierefreiheit einer Website beitragen, ohne dabei die kreative Leitung einer Designerin oder eines Designers zu ersetzen.

Zielgerichtete Einfachheit

Webdesign Trends 2026 Purposeful Simplicity

Für 2026 zeichnet sich im Webdesign ein klarer Trend hin zu einer bewusst einfachen, klaren Gestaltung ab – „Purposeful simplicity“. Dies zeigt sich in einem reduzierten, dafür aber direkteren Einsatz von Gestaltungselementen. Informationen werden deutlicher auf den Punkt kommuniziert, was sie plakativer, einfacher erfassbar und zugänglicher macht. Eine starke Typografie, hohe Kontraste und eine lebendige Farbgebung werden hier eine Rolle spielen.

Purposeful Simplicity im Webdesign bedeutet, dass jede Designentscheidung bewusst auf eine hohe Einfachheit hin ausgerichtet ist. Das Ziel ist hier jedoch nicht nur eine minimalistische Erscheinung, sondern eine Verbesserung der Funktionalität, Nutzerführung und Verständlichkeit einer Website. Bei der Purposeful Simplicity geht darum, unnötige Elemente, Ablenkungen oder visuelles „Rauschen“ zu vermeiden und die Aufmerksamkeit gezielt auf das Wesentliche zu lenken, z. B. auf Kernbotschaften, Handlungsaufforderungen oder Inhalte. Layouts, Typografie, Farben und Interaktionen werden strategisch eingesetzt, um eine klare Struktur und intuitive Bedienung zu realisieren. Sie sorgen dafür, dass Besucher:innen schneller die Informationen finden, die sie suchen – und auf dem Weg dorthin ein positives Erlebnis haben.

Purposeful Simplicity im Webdesign lässt sich zum Beispiel durch eine Fokussierung des Angebotes auf der Startseite realisieren. Statt diese mit allen verfügbaren Produkten und Angeboten zu überladen, zeigt sie nur die wichtigsten Kategorien in klar strukturierten Kacheln. Eine reduzierte Farbpalette lenkt die Aufmerksamkeit gezielt auf aktuelle Angebote, während großzügige Abstände und eine klare Typografie die Lesbarkeit verbessern. Dank einer minimalistischen, intuitiven Navigation erreichen Nutzer:innen alle Informationen mit maximal zwei Klicks – interaktive Elemente wie Buttons oder Filter sind auf das Wesentliche reduziert, um den Kaufprozess schnell und fokussiert zu gestalten. Im Ergebnis verstehen Besucher:innen sofort, wo sie hinmüssen, werden nicht abgelenkt und der gesamte Kaufprozess wirkt übersichtlich und effizient.

Auch für Technologieunternehmen ist Purposeful Simplicity in 2026 ein wichtiges Gestaltungsmittel. So kann sich z.B. die Startseite auf eine zentrale Botschaft konzentrieren – etwa die Mission oder das Kernprodukt des Unternehmens – und nutzt ein großflächiges Hero-Image oder eine Animation, um sofort Aufmerksamkeit zu erzeugen. Sekundäre Informationen, wie Unternehmenswerte, Kundenreferenzen oder Neuigkeiten werden in klar getrennten, scrollbaren Abschnitten präsentiert, ohne die Hauptbotschaft zu überlagern. Eine minimalistische Farbwahl und Typografie unterstützt das Branding und kann den Blick der Nutzer:innen gezielt zu Handlungsaufforderungen führen wie z.B. „Kontakt aufnehmen“ oder „Produktdemo starten“. Zusätzlich kann eine reduzierte Navigation dafür sorgen, dass Besucher nicht von zu vielen Menüpunkten abgelenkt werden. Jede Designentscheidung – von Icon-Stil über Abstände bis zur Textlänge – dient dem Ziel, die Marke klar und vertrauenswürdig zu präsentieren, gleichzeitig aber die Bewegung innerhalb der Website einfach und intuitiv zu gestalten.

Inklusives Design

Webdesign-Trends für 2026: Inklusives Webdesign Barrierefreiheit

Die Barrierefreiheit einer Website wird 2026 immer mehr vom Trend zu einem Muss. Gerade für größere Unternehmen und öffentliche Organisationen wird dies wichtig: Seit 2025 ist die Barrierefreiheit von Websites für viele Anbieter gesetzlich vorgeschrieben (Mehr Informationen zu barrierefreiem Webdesign). Dieser Umstand wird dazu führen, dass Barrierefreiheit nicht länger nachträglich zu einer Website hinzu-optimiert wird, sondern bereits zu Beginn eines Webdesign-Projektes als zentraler Aspekt der Website-Gestaltung mitbedacht wird.

Barrierefreiheit im Webdesign hat zum Ziel, digitale Inhalte für alle Menschen zugänglich zu machen – unabhängig von körperlichen, sensorischen oder kognitiven Einschränkungen. So stärkt barrierefreies Webdesign nicht nur die gesellschaftliche Teilhabe, sondern verbessert auch die Usability, Reichweite und rechtliche Sicherheit von Websites.

Auch für das Marketing, das Branding und die Markenwahrnehmung kann barrierefreies Webdesign von großem Vorteil sein, denn es erweitert die Reichweite digitaler Angebote und verbessert die Nutzererfahrung für alle Besucher, was wiederum zu einer längeren Verweildauer auf einer Website beiträgt und die Conversion verbessert. Eine starke Inklusion trägt zudem zu einer positiven Markenwahrnehmung bei – und zu einer Verbesserung sowohl der SEO als auch der Sichtbarkeit von Websites in Suchmaschinen.

Inklusives, barrierefreies Design beeinflusst viele gestalterische und technische Elemente einer Website – z.B. die verwendeten Farben und Kontraste, Fokus-Indikatoren, die Tastaturnavigation, Schriftarten und Schriftgrößen, aber auch die Verwendung einer einfachen, klaren Sprache und die Implementierung von semantischem HTML.

Nachhaltigkeit im Webdesign

Webdesign Trends für 2026: Nachhaltiges Webdesign

Im Alltag begegnen wir dem Begriff der Nachhaltigkeit auf Schritt und Tritt. In der physischen Welt, bei physischen Produkten, ist er einfach sehr viel greifbarer und nachvollziehbarer. Allerdings spielt Nachhaltigkeit auch in der digitalen Welt eine zunehmend größere Rolle, auch wenn sie hier oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist.

Die ressourcenschonende Gestaltung einer Website zeigt sich zum Beispiel in der Verwendung niedrigerer Bildgrößen oder dem Verzicht auf automatisch ladende Videos. Sie verringern die Ladezeit einer Website, die Serverlast und damit den Energieverbrauch sowohl des Web-Servers als auch des Gerätes, mit dem die Website aufgerufen wird. Auch der Energieverbrauch durch die Übertragung der Daten z.B. per Mobilfunk wird reduziert. Ein dunkles Webdesign (oder der so genannte „Dark Mode“) reduziert den Energieverbrauch von OLED-Displays, da diese nicht so hell ausgeleuchtet werden müssen wie z.B. eine Website mit vorwiegend weißem Hintergrund.

2026 werden Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Energieeffizienz im Webdesign zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der gestalterische und inhaltliche Aufbau einer Website hat direkten Einfluss auf den Energieverbrauch von Servern, Netzwerken und Endgeräten. Ein energieeffizientes Webdesign reduziert die Datenmengen, die beim Aufruf einer Seite übertragen werden müssen. So tragen sie zu schnelleren Ladezeiten, eine reduzierten Umweltbelastung und einer verbesserten Nutzererfahrung bei.

In der Praxis bieten sich viele Möglichkeiten, die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit einer Website zu verbessern – zum Beispiel durch komprimierte Bilder und Videos, den dezenten Einsatz von Animationen oder die Nutzung moderner Dateiformate wie WebP und SVG. Das so genannte „Lazy Loading“ sorgt dafür, dass die Bilder einer Webseite erst dann geladen werden, wenn sie auch wirklich im Blickfeld der Nutzer:in sichtbar sind. Auch die Reduzierung überflüssiger Elemente, Skripte oder Drittanbieter-Plugins reduziert die Datenmenge und die Rechenleistung.

Gern übersehen wird eine effiziente Code-Struktur, etwa die saubere, effiziente Programmierung des HTML-, CSS- und JavaScript-Codes, die Wiederverwendung von Komponenten und Vermeidung von unnötigen Bibliotheken.

Helle, flächendeckende Hintergründe erhöhen den Energieverbrauch auf OLED-Displays, während gezielt eingesetzte Farbbereiche zu einer deutlichen Stromersparnis beitragen können. Das gilt auch für die Wahl des Hosters oder der Infrastruktur. Energieeffiziente Server, Green Hosting oder Content Delivery Networks (CDNs) können helfen, den CO₂-Fußabdruck einer Website zu reduzieren.

Nachhaltiges Webdesign kombiniert auf sinnvolle Weise Ästhetik, Performance und Umweltbewusstsein: Vorteile sind schnellere Ladezeiten, ein verbessertes Nutzererlebnis, reduzierter Energieverbrauch und – nicht zu verachten – eine positivere Markenwahrnehmung!

Übrigens: Besonders energieeffiziente Websites können sich auch auszeichnen lassen – zum Beispiel mit dem Cleaner-Web-Siegel.